Sulzbacher Bigband und NKG-Männerchor brachten bei einem über zweistündigen gemeinsamen Konzert die Mälzerei zum Swingen

Mosbach. (jbl) 2007 traten die Sulzbacher Bigband und der Männerchor des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums erstmalig im Rahmen des „Mosbacher Sommers“ zusammenauf.Dashatte den durch die Schule und in der Liebe zur Musik verbundenen Mitgliedern beider Ensembles so viel Freude bereitet, dass man von dem Gedanken nicht abließ, einmal ein komplettes gemeinsames Konzert auf die Bühne zu bringen. Am Samstagabend war es endlich so weit: Der NKG-Männerchor und die Bigband Sulzbach präsentierten ihre „Sing and Swing Night“.

Ganz umsonst waren die Bedenken und Ängste der Sänger im Vorfeld gewesen, ob man mit dem satten Bigband-Sound mithalten könne. Noch verhalten begannen die ehemaligen Gymnasiasten mit „Sorry Seems To Be The Hardest Word“, ganz so, als wollten sie sich im Vorfeld schon einmal für ihr eventuelles Scheitern entschuldigen.  Doch dann steigerten sie sich von Stück zu Stück. Schon der folgende Song, „Uptown Girl“, nach einem Arrangement von Nicolas Hare, kam ihnen wesentlich selbstbewusster über die Lippen.

Spätestens nach dem oft schon gesungenen Titel „Kurfürst Friedrich von der Pfalz“, der seine Uraufführung 2009 in der Alten Mälzerei erfuhr, waren alle Bedenken beiseite geschafft. Chorleiter und Dirigent Christian Roos, der die Stücke unter dem Pseudonym Aron Schör für seine Männer arrangiert, hatte das Lied um einen Bläsersatz erweitert. Hier zeigte sich die Individualität und Vielseitigkeit der einzelnen Chormitglieder, diesmal nahm Sänger Jan Leonhardt gekonnt die Trompete zur Hand und begleitete zusammen mit Diana Keil, Steffen Reinhardt und Anna Zipf von der Bigband die Männerstimmen.

Mit „Hey, Good Looking“ feierten die Sulzbacher ihren Einstand, und gleich begannen im Publikum die Beine beschwingt mitzuwippen. Dirigent der Sulzbacher ist Claudius Egner, ebenfalls Mitglied im NKG-Männerchor. Er trug mit seinem großen Engagement maßgeblich zum Gelingen des Abends bei, und während der Sänger zum Dirigenten wurde, haute Chordirigent Christian Roos begleitend in die Tasten.

Mit „Straighten Up And Fly Right“ und „Murphys Gesetz“ zeigte Solist Daniel Frey, dass ihm der Swing im Blut liegt. Das Publikum war begeistert. „Mambo Hot“, das letzte Solo-Stück der Bigband, stimmte schon mal mit heißen Rhythmen auf die kommenden gemeinsamen Arrangements ein.

„Girl From Ipanema“ war der Auftakt zum gemeinsamen „Sing and Swing“.  Hier merkte man auch, wie schwer es für die „Jungs“ war, sich gegen den satten Sound durchzusetzen. Doch mit der folgenden Moritat von „Mackie Messer“ war das schon wieder vergessen. Das Experiment war geglückt. Das Auditorium, darunter auch OB Michael Jann, Blasmusikverbandspräsident Gerhard Münch sowie Claudia Starke vom Sängerkreis Mosbach und Sigrun Friedrich als Vertreterin der Schule, ging begeistert mit, der voll besetzte Saal tobte.

24 abwechslungsreiche Stücke, von bekannten Klassikern bis hin zu neuen Arrangements (wie z. B. „Engel“ von der Gruppe Ramstein) oder einem Gospelsong, zusammen mit der Moderatorin Bettina von Hindte als Solistin und der Bigband, boten immer wieder Glanzlichter. Und glänzend war auch die überraschende Tanzeinlage der Gruppe „Flashlight“ aus Mosbach.

Den absoluten Höhepunkt hatten sich die Sulzbacher Bigband und der NKG-Männerchor für den Schluss aufgehoben: „Everybody Needs Somebody To Love“ brachte die Stimmung noch einmal richtig zum Kochen. Man wollte mehr davon hören. Leider blieb es bei nur einer weiteren Zugabe, was man aber den Sängern nach diesem anstrengenden, über zwei Stunden dauernden Programm nicht verdenken konnte.

Dank galt zum Abschluss des rundum gelungenen Konzerts noch einmal allen, die diesen Abend möglich gemacht hatten, ganz besonders den Technikern, den Sponsoren, den Vorverkaufsstellen sowie den beiden musikalischen Leitern Christian Roos und Claudius Egner.